Reportage
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- Geschrieben von: Alfred Arnold
- Kategorie: Reportage
Es ist erfreulich zu sehen, dass auch das Team um Frank Gerber und Hans-Hermann-Hess nach den turbulenten letzten Jahren in puncto 'Spielort' wieder zur Kontinuität gefunden hat: Die 2023er-Auflage der Electronic Circus Summer Edition findet auf dem gleichen Bauernhof in Borgholzhausen statt wie im Vorjahr.

Borgholzhausen liegt auf halbem Weg zwischen Bielefeld und Osnabrück, und auch wenn es auf der Karte nach "ganz weit draußen" aussieht: der Ort ist auch ohne Auto mit vertretbarem Aufwand zu erreichen. Borgholzhausen verfügt über einem Bahnhof, von dem man es zu Fuß in ca. 20 Minuten zum Hof schafft.
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- Geschrieben von: Alfred Arnold
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Norbert Sarrazin vom Künstlerpack Solingen ist schon ein schlauer Fuchs: 2020, mitten in der Corona-Pandemie, wo live wenig bis gar nichts ging, schlug er den Regeln ein Schnippchen und ließ die Musiker kurzerhand vor und nicht in den Ateliers der Güterhallen auftreten. Auf diese Weise galt das ganze als 'Strassenmusik', und die Auflagen waren weniger streng.

Das restliche Konzept hat sich auch über die Pandemie hinaus bewährt: Ein 'kleines' Event mit nur einem Künstler und überschaubarem Aufwand, und das nicht am abends, sondern am Nachmittag. So wird es auch bei weiterer Anreise nicht so spät - gut wenn es an einem Sonntag ist und man am nächsten Tag wieder arbeiten muss. Gleich drei solcher 'Picknick-Events' mit elektronischer Musik stehen in diesem Sommer auf dem Programm. Den Auftakt machen Till Kopper und Hajo Liese, die man zusammen als EL-KA eher selten auf der Bühne sieht. Denn während Hajo in Düsseldorf quasi 'um die Ecke wohnt', ist es für Till immerhin ein Trip von Deutschlands Südwesten nach NRW und zurück.
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- Geschrieben von: Alfred Arnold
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Ohne Frage: Regelmäßige Events wie E-Day, die Schallwelle oder der Electronic Circus sind wichtig, denn sie geben der Szene Halt und Struktur. Aber es ist genauso wichtig, dass es nicht nur die jährlich wiederkehrende 'Routine' gibt. Und was könnte dazu besser geeignet sein, als gelegentlich mal einen neuen Spielort auszutesten?

Dieses Mal war es Norbert Sarrazin, der ein gutes Näschen und die richtigen Kontakte hatte: Man bringe Kunst in ein Industriemuseum, und lade sich zur Eröffnung mit Stefan Erbe noch einen Musiker ein, der ohne Frage die dazu passende Auswahl aus seinem reichhaltigen Katalog von Alben und Titeln finden wird. In der Gesenkschmiede Hendrichs wurden früher Scheren hergestellt. Als diese Ära endete, hatte der Ort das Glück, nicht dem Erdboden gleich gemacht zu werden. Stattdessen wurde er zum Museum, und die früheren Mitarbeiter wurden dessen Personal. So konnte das Wissen um vergangene Zeiten und Fertigkeiten erhalten und an kommende Generationen weiter gegeben werden.
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Nach einem kurzen Intermezzo im Natlab scheint mit dem CKE eine dauerhafte Heimstatt für E-Day und E-Live gefunden worden zu sein. Auf E-Live an diesem Ort im letzten Herbst gab es nur positives Feedback, und auch die finanziellen Konditionen sind wohl so, dass Ron Boots dauerhaft mit dieser Location planen kann. Und Planungssicherheit für den Ort ist gut, denn dann kann man die Energien wieder auf andere Dinge konzentrieren, zum Beispiel die Konzerte und die Ausgestaltung des restlichen Tages.

Ein "Ausverkauft" konnte Ron dieses Mal nicht ganz verkünden: Ein kleines, zweistelliges Rest-Kontingent an Karten ging nicht im Vorverkauf weg. Auf seine Kalkulation dürfte das aber keinen nennenswerten Einfluss gehabt haben, und es hat umgekehrt den Vorteil, das kurz Entschlossene auch noch die Chance hatten, ein Ticket an der Tageskasse zu erstehen. Meines hatte ich bereits Ende Januar über die neu erstellte und deutlich moderner wirkende Seite des Groove-Labels erworben - seit einigen Monaten kann Ron Boots ja hundert Prozent seiner Zeit auf die Label-Arbeit verwenden, und ein Restart der Webseiten war das erste 'sichtbare' Ergebnis davon.
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- Geschrieben von: Alfred Arnold
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Im Januar konnte Stefan Erbe im Planetarium Bochum eine gelungene Premiere seines neuen Albums "Genesys 23" feiern. Schon damals waren dazu zwei Dinge angekündigt: Zum einen sollte dies nicht die letzte Live-Aufführung dieser Mischung aus elektronischer Musik und Science-Fiction bleiben, und zum anderen würde die Geschichte um die künstliche Intelligenz GENE und ihre Entscheidungen fort geschrieben werden.

Neben dem Planetarium Bochum gibt es noch einen weiteren Ort, an dem Stefan Erbe regelmäßig live spielt und der sicher ebenso zu seiner "Comfort Zone" gehört: Der Vortragsraum der Sternwarte Hagen. In puncto Größe und projektions-technischer Ausstattung ist er natürlich nicht mit dem Bochumer Kuppelrund zu vergleichen, dafür erzeugen die kleineren Dimensionen und die Nähe von Publikum und Künstler eine ungleich intimere Atmosphäre - beinahe so, als würde Stefan im heimischen Wohnzimmer spielen.